Intentionen

Versteht man unter sozio-ökonomischer Bildung jene erzieherischen Maßnahmen, die darauf abzielen, Menschen das Wissen und die Fertigkeiten zu vermitteln, auf Basis derer sie in privaten, betrieblichen und volkswirtschaftlichen Bereichen ökonomische Zusammenhänge verstehen und in ihr ökologisch und sozial verantwortliches Handeln einbeziehen können, wird deutlich, dass sich sozio-ökonomische Bildung nicht nur zwischen den beiden Polen Theorie und Praxis bewegt, sondern auch Umwelt und Gesellschaft mit einbezieht.

 

Da sozio-ökonomische Bildung Menschen befähigen will, sich sowohl auf privater als auch betrieblicher und volkswirtschaftlicher Ebene betätigen zu können, erfasst sie inhaltlich mehrere Dimensionen wirtschaftlichen Handelns:

  • Private Haushalte
  • Unternehmen
  • Staat
  • Ausland
  • Wirtschaftsordnung

Dem trägt die Junior Business School Rechnung, indem im ersten Modul vom Haushalt und den Implikationen für die gesellschaftliche Ebene ausgegangen wird, um dann im zweiten Modul zentrale Prinzipien und Kategorien auf die betriebliche Ebene zu übertragen sowie im dritten Modul in Projektform praktisch anzuwenden.

 

Die zentrale Perspektive sozio-ökonomischer Bildung ist die ganzheitliche Betrachtung. Der global steigende Energieverbrauch und die katastrophalen Schäden an ökologischen Lebensräumen durch wirtschaftliches Handeln der Vergangenheit und Gegenwart tritt immer Mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Junior Business School hat mit dem Energie-Planspiel ein didaktisches Mittel zur Verfügung, mit dem Schülerinnen und Schüler ihr eigenes ökonomisches und ökologisches Handeln im Haushalt überprüfen und ausprobieren können. Diese vertraute Umgebung macht es ihnen leicht, Zusammenhänge zwischen Ökologie und Ökonomie zu erkennen und die gewonnenen Erkenntnisse im ersten Schritt auf ihr eigenes Verhalten und im zweiten Schritt auf jenes privatwirtschaftlicher Unternehmen zu übertragen.

 

Übergeordnete Zielsetzung ist der „ökonomisch gebildete Bürger“, der durch folgende Merkmale charakterisiert werden kann:

  • Fachliche Kompetenz

  • Soziale Kompetenz

  • Ökologisches Bewusstsein

  • Flexibilität

  • Internationalität

  • Lebenslange Lernbereitschaft

  • Selbständigkeit

  • Selbstbewusstsein

  • Kreativität

  • Verantwortungsbewusstsein

  • Moralische Urteilsfähigkeit

 

Das Leitbild sozio-ökonomischer Bildung sind mündige, selbstbewusste und kreative Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht nur vielfältig wirtschaftlich betätigen, sondern auch aktiv und selbstorganisiert Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft übernehmen. Dieses Selbstverständnis führt zu dem Begriff Entrepreneurship.

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird Entrepreneurship äquivalent gebraucht zu den Begriffen „Unternehmergeist“ und „Unternehmertum“. Ein Entrepreneur ist demnach ein Mensch, der Chancen sowie Potentiale erkennt  und diese durch Entwicklung sowie Realisierung innovativer unternehmerischer Ideen ausnutzt. Im engeren Sinne wird darunter die Unternehmensgründung verstanden, im weiteren Sinne jedoch jede Art von Unternehmung, die Umsetzung eines Sozialprojektes genauso wie die Realisierung einer Umwelt- oder Protestaktion.

Die Junior Business  School trägt der Relevanz dieses Begriffs insbesondere mit der Implementierung des Praxisprojekts Rechnung. Hier werden die jungen Leute zu aktivem Handeln motiviert und bei der Umsetzung konkreter Ideen unterstützt.

 

Unsere moderne Gesellschaft ist durch eine weitgehende mit der Globalisierung einhergehende Ökonomisierung aller Lebensbereiche gekennzeichnet. So kommen die Menschen nicht nur im Rahmen nahezu jeglicher beruflichen Tätigkeit mit ökonomischen Denk- und Handlungsweisen in Kontakt, sondern sind auch täglich als Privatpersonen gefordert, sich wirtschaftlich zu betätigen. Auf eine selbst- und verantwortungsbewusste Teilhabe an unserer Gesellschaft werden die jungen Menschen in unserem Bildungssystem jedoch nur bedingt vorbereitet. Auf Grund der erwähnten Ökonomisierung der Gesellschaft ist für eine angemessene Vorbereitung somit die Integration einer an Nachhaltigkeit orientierten sozioökonomischen Bildung in das gesamte Bildungssystem unerlässlich, um den jungen Menschen die Chance zu geben, sich nach ihrer Schullaufbahn in einem stark ökonomisierten Umfeld individuell und gesellschaftlich verantwortungsvoll zu behaupten.